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Späne zu Megawatt |
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Autor: Lothar Vetter (WEIMA Maschinenbau GmbH)
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Die König + Neurath AG, einer der führenden europäischen Büromöbelhersteller, verarbeitet in Karben bei Frankfurt/Main neben anderen Materialien Holzwerkstoffe wie Span- und Multiplex-Platten zu Büromöbeln für praktisch jedes Einrichtungsvorhaben. Die dabei anfallenden Holzreste werden nicht entsorgt, sondern zu Brennstoff aufbereitet, mit dem der gesamte Heiz- und Prozesswärmebedarf des Unternehmens gedeckt wird.
Modernste Fertigung Zentrale Komponenten dieser hochmodernen Produktionsstätte sind Bearbeitungs- zentren, auf denen aus vorkonfektionierten Span- bzw. Multiplexplatten voll auto- matisiert die Grundelemente der jeweiligen Möbelstücke gearbeitet werden. Die bei dieser Verarbeitung anfallenden Holzreste werden von den Bearbeitungszentren über Förderbänder zur Zerkleinerung transportiert. |
| Aufbereitung der Holzreste - Zuverlässig und leise |
Die Förderbänder von jeweils zwei Bearbeitungszentren laufen hierbei in den Trichter eines nachgeschalteten Einwellenzerkleinerers der Baureihe WL 6S der WEIMA Maschinenbau GmbH, Ilsfeld. Die seitlichen Einwurföffnungen des Trichters sind je mit einem streifenförmigen Kunststoffvorhang verkleidet und die restlichen Seiten sind geschlossen, wodurch eine geringe Lärm- und Staubbelastung gewährleistet wird. Durch den Trichter fallen die Holzreste auf den Boden des Maschinenkörpers. Von dort werden sie mit einem horizontal im Maschinenraum angeordneten, hydraulisch betätigten und lastabhängig gesteuerten Schieber gegen den sich drehenden Rotor gedrückt.
Die Rotoren der Einwellenzerkleinerer der Baureihe WL sind aus dem Vollen gefertigt und besitzen eine spezielle Profilierung, die sogenannten V-Rotoren, sowie einen patentierten Messersitz. Hierbei sind auf dem Umfang des Rotors die Messerträger aufgeschweißt. In sie werden Schneidmesser, die sog. Schneidwendekronen, von hinten eingeschraubt. Hierdurch wird ein schneller Messerwechsel gewährleistet, da durch diese Konstruktion die Schraubenköpfe während der Zerkleinerung nicht beschädigt werden. Die Rotorbreite beträgt 800 mm bei einem Rotordurchmesser von 368 mm.
Die 42 aus speziellem Messerstahl gefertigten Schneidwendekronen haben eine Kantenlänge von 40 mm und sind in zwei Messerreihen angeordnet. Die Messerstandszeiten betragen trotz des hoch abrasiven Materials pro Messerecke ca. ein halbes Jahr, insgesamt also ca. 2 Jahre.
Der Schieber ist mit Abstreifleisten versehen, die einen unerwünschten Materialeinzug zwischen Schieber und Maschinengehäuse verhindern. Optional ist der Schieber mit einer horizontalen und/oder einer vertikalen Zackenleiste versehen, wodurch sperriges Material weiter zwangszugeführt wird. Die Hydraulik des Schiebers ist innerhalb des Maschinenkörpers angebracht, wodurch sie vor Holzstaub und Beschädigungen geschützt wird. Der Hydraulikzylinder ist kardanisch aufgehängt, wodurch unerwünschte Querkräfte auf die Kolbenmanschetten vermieden werden.
Der Antrieb der Maschinen erfolgt über einen Elektromotor, der über Hydro-Kupplung, Keilriemen und Getriebe die Kraft dem Rotor zuführt, mit einer Antriebsleistung von 22 kW und einer Rotordrehzahl von ca. 80 UpM. Die Maschinen sind mit einer hydrodynamischen Anlaufkupplung für ein lastenfreies Anlaufen ausgestattet. Gesteuert werden sie optional über konventionelle Schütze oder eine SPS.
Zwischen den vierfach wendbaren Schneidwendekronen und einer segmentierten Gegenmesserleiste, die fest oder optional einstellbar ist, wird das Material nun zerkleinert. |
| Homogene Späne |
Die erzeugten Späne werden über die Sieblochungen eines unterhalb des Rotors angebrachten und ihn umschließenden Siebes ausgetragen. Ziel ist es, einen Span von ca. 15 mm zu erzeugen. Um dies zu erreichen wird ein spezielles Sieb eingesetzt, das im ersten Drittel einen Sieblochdurchmesser von 12 mm und im weiteren Verlauf einen von 15 mm aufweist. Durch diese Ausführung werden längere Späne bzw. Spreißel, die das Gegenmesser passieren, auch noch zwischen Rotor und Sieb weiter zerkleinert.
Unterhalb des Siebes angekommen, werden die Späne über seitlich am Maschinenkörper angebrachte Stutzen mit einer Absauganlage abgesaugt oder optional über eine Transportschnecke oder ein Förderband ausgetragen und über Ventilatoren drucklos in zentrale Spänebunker befördert. Die eingesetzte Luft wird anschließend von den Stäuben und Spänen getrennt, die ebenfalls in die Spänebunker abgegeben werden. Über einen Mischer werden Späne und Stäube homogenisiert und ganzjährig, je nach Bedarf, zur Erzeugung von Primärenergie den nachgeschalteten Heizkesselanlagen zugeführt und dort verfeuert. Der gesamte Energiebedarf von ca. 20 MW für die benötigte Prozeßwärme, die Klimaanlagen und die Heizung der kompletten Räumlichkeiten wird hiermit gedeckt. |
| Zerkleinerung großvolumiger Holzreste |
Mit einem im Freien aufgestellten und ebenfalls an die Spänebunker angeschlossenen Einwellenzerkleinerer der Baureihe WL 18 Jumbo werden großvolumige Holzabfälle wie größere Spanplattenreste und andere ausgelagerte Produktionsabfälle zerkleinert. Der Zerkleinerer hat eine Rotorbreite von 1.800 mm bei einer Zuführöffnung von 1.800 mm x 1.500 mm und einem Rotordurchmesser von 482 mm. Die Antriebsleistung beträgt 75 kW. Die Maschine kann mit komplett gefülltem Trichter, der mit einem aufklappbaren Trichterdeckel ausgestattet ist, angefahren werden, wobei der Trichterinhalt zerkleinert wird und sich die Maschine anschließend automatisch abschaltet. Die freigelegten Metallanteile wie Nägel, Schrauben, Klammern etc. werden über einen in das Absaugsystem integrierten Metallabscheider ausgeschleust. Das Trichtervolumen beträgt ca. 5,4 m³. Die Ausführung des Trichters kann kundenspezifisch erfolgen. Optional kann speziell sperriges Material über eine Niederdruckeinrichtung, die von oben in den Trichter einfährt, dem Rotor zwangsweise zugeführt werden.
Horst Zimmer, Leiter Betriebstechnik von König und Neurath: "Die Entsorgung und Aufbereitung unserer eigenen Produktionsabfälle zu wertvoller Energie ermöglicht uns große Einsparpotentiale bei den Entsorgungs- und Energiekosten. Die kompakte Bauweise der WEIMA-Einwellenzerkleinerer und die gute Schnittstellenanbindung an unsere Bearbeitungszentren waren neben der kompetenten und individuellen Beratung und dem umfassenden und jederzeit verfügbaren Service während der Inbetriebnahme und danach überzeugende Argumente für unsere Kaufentscheidung." |
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| © WEIMA Maschinenbau GmbH · August 2008 |
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